Ein Rückblick auf 20 Jahre autismus approach

Der Anfang: Erste autismusspezifische Fachstelle in der Schweiz mit einem frühen intensiven Therapieangebot

autismus approach wurde im Jahr 2000 von der Autismus-Fachfrau und Logopädin Cordilia Derungs gegründet.

Mit zehn Jahren Erfahrung im Bereich ASS sowie vielzähligen und spezifischen Weiterbildungen im Ausland eröffnete sie mit autismus approach die erste autismusspezifische Fachstelle in der Schweiz, welche frühe intensive Therapien anbot.

Nach sechs Jahren (2006) selbständiger Tätigkeit stiess eine weitere Autismus-Fachfrau dazu und der autismus approach wurde bis heute mit aktuell neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgebaut.


Die Grundlage: Orientierung am Lebensmittelpunkt der Menschen

Der autismus approach bezeichnet sich als vielfältige Einheit – ein zusammengewürfeltes Team aus MitarbeiterInnen mit sehr unterschiedlichen Hintergründen – wie u. a. Psychologie, Logopädie, Gesundheitswesen, Lehrerberuf, Sonderpädagogik. 

Allen gemeinsam ist die Orientierung am Lebensmittelpunkt der Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen. Betroffene und ihre Familien stehen im Zentrum und das Team des autismus approach ist davon überzeugt, dass gegenseitiges Vertrauen die Grundlage einer erfolgreichen Therapie, Förderung und Begleitung ist. 

Die Philosophie des autismus approachs besteht unter anderem darin, den Weg über die Familien, welche in Not sind und Bedarf haben, zu gehen und auf die Kantone und Institutionen einzuwirken, um mehr Unterstützung und Hilfe für die Betroffenen zu erreichen. Zwanzig Jahre später fordert nun auch der Bund eine Auslegeordnung der Kantone in Sachen ASS ein. 


Die Wirkung: Nationale Präsenz

Der autismus approach war seit Beginn in unterschiedlichen Kantonen präsent und erlangte nach zehn Jahren nationale Bekanntheit. 

Da es in grösseren Städten bereits einige wenige unterschiedliche Angebote für Betroffene mit ASS gab, hat sich der autismus approach zusätzlich auf die Randregionen und Berggebiete fokussiert, in denen es keine autismusspezifische Behandlung, vor allem keine intensiven Frühinterventionen, gab. 


Das Angebot: Menschen mit ASS alle Möglichkeiten aufzeigen und entwickeln

Bis heute drehen sich sämtliche Angebote rund um das Thema ASS und stehen sowohl Kindern als auch Erwachsenen in der ganzen deutschen und rätoromanischen Schweiz zur Verfügung. Es sollen nach wie vor möglichst viele Menschen mit ASS die Möglichkeit erhalten, sich zu entwickeln. 

Vergleicht man die Tätigkeiten des autismus approachs mit den im Oktober 2018 vom Bund definierten langfristigen Zielen für Menschen mit ASS in der Schweiz, decken sich unsere Angebote und Ideen weitgehend. 

Dem autismus approach gelang es von Anfang an, sich Dank der umfassenden und langjährigen Erfahrung im Bereich der Früherkennung und Diagnostik – in Zusammenarbeit mit medizinischen Fachleuten – zu etablieren, um danach die hoch individualisierte Förderung in die Wege leiten zu können. 

Bereits im Jahre 2000 gab es aus verschiedenen Kantonen Anfragen für eine Diagnosestellung. Die Abklärungen wurden in den Anfängen in einer psychiatrischen Gemeinschaftspraxis in Aarau durchgeführt.

Ein Ziel war es damals und ist es immer noch, Betroffene möglichst früh zu erfassen. Vor allem durch das Ankurbeln der Frühinterventionen wurde der autismus approach immer grösser. 

Im Jahre 2006 wurden beispielsweise bereits 24 Kinder vom autismus approach begleitet, wobei 11 Kinder nach einem bis vier Jahren kommunizieren konnten, beziehungsweise über eine komplexe Sprache verfügten. 5 Kinder lernten dabei alternative Kommunikationsformen und 15 der 24 Kinder wurden integrativ beschult.

Darauf basierend wurde das Angebot laufend erweitert und weiter entwickelt. Bis heute werden Frühinterventionen um die Familien herum aufgebaut. In dem Zusammenhang bieten wir Beratungen der Familie (Eltern) an, damit sie im Umgang mit dem Kind handlungsfähig werden. Wir übernehmen die Koordination zwischen allen Beteiligten. In Bezug auf Inklusion bedeutet das beispielsweise sie stark zu machen, mit dem Kind in die Öffentlichkeit zu gehen oder aber auch ein Kind integrativ zu beschulen. 

Da Übergänge sehr wichtig und einschneidend sind, begleiten wir auch die Familie bei diesen und bieten beispielsweise auch Begleitung und Beratung in der Schule oder am Ausbildungsplatz an. Dank dem seit den Anfängen grossen Engagement in den Bereichen Beruf und Ausbildung, woraus auch das Projekt TBZ entstanden ist, konnte sich der autismus approach auch auf diesen Gebieten einen Namen machen. Beim Übertritt in eine Lehre bieten wir Coachings an, wobei die Zusammenarbeit mit der IV zentral ist. 

Unsere Haupttätigkeit definiert sich darin, die therapeutische Arbeit im privaten Umfeld der Betroffenen zu implementieren, da das Zuhause für das Kind und für Erwachsene ein Ort des Vertrauens ist und die primäre, pädagogische Arbeit und Förderung an diesem Ort des Vertrauens erarbeitet werden soll. 

Wir stehen in Kontakt mit verschiedenen kinderpsychiatrischen und schulpsychologischen Diensten, Kinderärzten, Kinderspitälern, Heilpädagogischen Schulen, Regelschulen und Kindergärten, Ergo- und Physiotherapeuten, Institutionen für Erwachsene mit ASS und Ausbildungsstätten, welche sich mit dem Thema ASS befassen. Wir bemühen uns um eine konstruktive und auf Vertrauen basierende Kommunikation und Zusammenarbeit zum Wohle der Menschen mit Autismus und der Familie bzw. dem Lebensmittelpunkt des Betroffenen.

Um die Lebensqualität der Menschen mit ASS zu verbessern, beraten wir unterschiedlichste Adressate.

Wir bieten Fachberatung, Schulung und Weiterbildung für Selbstbetroffene, ihr Umfeld und Fachpersonen an. Wir stehen in Kontakt mit Autismusexperten im In- und Ausland und bilden uns kontinuierlich weiter. Wir sind in Vereinen und Stiftungen ehrenamtlich tätig, welche sich mit dem Thema Autismus befassen, um die Öffentlichkeit für das Thema der Autismus-Spektrum-Störungen zu sensibilisieren. Durch die Präsenz in vielen unterschiedlichen Kantonen konnte im Bereich ASS bis heute sehr viel bewirkt werden.

Das Angebot des autismus approachs wurde ständig der Nachfrage, insbesondere von Eltern von Kindern mit ASS, angepasst. Dank dem Internet konnten sich anfangs viele Eltern selbständig auf der Suche nach der für ihr Kind geeigneten Intervention begeben und uns bei Bedarf direkt kontaktieren.

Über die Jahre hinweg hat sich die Arbeit des autismus approachs herumgesprochen, so dass wir aktuell auch Anfragen von diversen Institutionen wie beispielsweise von Kantonsspitälern, IV, KJPD, KESB, Jugendanwaltschaften usw erhalten. Unsere Arbeit ist nach wie vor nur dank der grossen Unterstützung der Pro Infirmis und weiteren Stiftungen möglich. 

 

 

Rückblickend auf die letzten 20 Jahre und auf all das, was der autismus approach erreicht und geleistet hat, hoffen wir auf eine weitere erfolgreiche und vielversprechende Zukunft für Menschen mit ASS.

Die Arbeit des aaa autismus approach wurde in einem Betreig des Schweizer Fernsehens zusammengefasst:

Erwachsene Menschen mit Autismus – intensive Förderung lohnt sich nicht nur bei Kindern, auch erwachsene Menschen profitieren. Ein Rückblick auf die Arbeit des aaa autismus approach im 2008.

Beitrag des SRF zum Nachschauen